Gemeinde Brigachtal, Ortsmitte Überauchen

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Gemeinde Brigachtal, Ortsmitte Überauchen2018-09-13T16:38:48+00:00

Projektbeschreibung

2. Preis nichtoffener, städtebaulicher und freiraumplanerischer Wettbewerb „Ortsmitte Überauchen“ in Zusammenarbeit mit Koeber Landschaftsarchitektur

Ortsmitten von Dörfern kennzeichnen sich durch bauliche Dichte und funktionale Beziehungsgeflechte. Der fortschreitende Strukturwandel hinterlässt in der Ortsmitte von Überauchen seine Spuren. Der hierdurch freiwerdende Raum lässt sich nur begrenzt nachverdichten. Neue, von außen kommende und das öffentliche Leben aktivierende Funktionen lassen sich nur schwer ansiedeln. Gewachsene, Identität gebende Raumzusammenhänge entfallen, überdimensionierten Flächen entstehen.

Dorfteich als identitätsstiftendes Bild Der Entwurf greift auf das romantische Bild des Dorfteiches als zentraler Treffpunkt einer ländlichen Gemeinschaft zurück. Dieser Teich wird neben seiner Funktion als Identitätsstifter auch die umgebende Landschaft mit der Ortsmitte verbinden und angrenzende Freiräume in ihrer Dimension gliedern. Um diese grüne Insel gruppieren sich fünf weitere Bausteine als Schlüssel zu einer vitalen Dorfmitte.

Wohnen im Ortskern Auf dem ehemaligen Kranz-Areal entstehen neue Formen des Wohnens für Überauchen. Das Konzept umfasst flexibles Mehrgenerationenwohnen und bietet somit eine Alternative zum Einfamilienhaus in Siedlungslage. Das Ensemble fügt sich durch Körnung
und Setzung harmonisch in das Ortsbild ein. Zur Bondelstraße hin greift es die ortstypische Stellung der Gebäude, mit zur Straße orientierten Höfen auf.

Rastplatz schafft Identität Der Rückbau der Ortsmitte erfolgt mit wenigen Eingriffen. Die Mulde, die nach Abbruch des Bauernhofs entsteht, wird modelliert, abgedichtet und mit Wasser gefüllt. Ob dafür Wasser des verdohlten Bondelgrabens verwendet werden kann, muss hydraulisch geprüft werden. Der Baumbestand bleibt bestehen. Der Dorfteich stellt einen neuen Treffpunkt der Dorfgemeinschaft dar. Eine hölzerne Konstruktion spannt einen Raum entlang der Uferkante auf, der sich zweiseitig orientiert. Die Öffnung in Richtung Bondelstraße dient als Bushaltestelle, diese wird im Zuge der Dorferneuerung in die Ortsmitte verlegt. Zum Wasser hin laden Sitzstufen die Einwohner zum Verweilen ein.

Tradition bewahren Das Heimatmuseum wird durch neue Nutzungen belebt. Angelehnt an die bestehende Mosterei wird ein Backhaus vorgesehen – eine Einladung an alle Dorfbewohner Tradition gemeinsam zu fortzuführen. Der Brunnenplatz auf der Westseite des Museums erfährt eine Aufwertung, indem die vielen, in die Jahre gekommenen Birken durch wenige Linden ersetzt werden. Die Rasenfläche wird durch eine wassergebundene Decke mit Splittabstreuung ersetzt. Auf der Südseite des Museums entsteht ein Museumsgarten in der Motivsprache der Bauerngärten.

Gemeinschaft fördern Durch den Umbau des Foyers der Mehrzweckhalle wird Möglichkeit einer „Gemeindestube“ geschaffen. Ein flexibles Trennwandsystem erlaubt es, für Veranstaltungen das große Foyer zu erhalten, eröffnet aber auch die Möglichkeit den Raum separat abzutrennen und unabhängig von Veranstaltungen für Gruppen des Dorflebens oder auch für private Feiern zu nutzen.

Projektdetails

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