Parkhaus mit Energiezentrale im Neckarpark Stuttgart

//Parkhaus mit Energiezentrale im Neckarpark Stuttgart
Parkhaus mit Energiezentrale im Neckarpark Stuttgart2019-08-09T16:29:58+00:00

Projektbeschreibung

Das Parkhaus Neckarpark ist das Herzstück des dort neu geplanten Quartiers mit gemischter Nutzung. Durch seine prominente Lage markiert das Parkhaus den Auftakt zum neuen Quartier. Das geplante Gebäude erfüllt für die künftige Nutzung des Gebietes zwei sehr wichtige Funktionen: zum einen soll es den Bewohnern als Parkhaus für Autos und Fahrräder dienen, zum anderen wird über die dort integrierte Energiezentrale die Energieversorgung des neuen Viertels gewährleistet. Auf der Ostseite bildet das Parkhaus eine Raumkante für den geplanten Quartiersplatz – von dort erfolgt die fußläufige Haupterschließung des Parkhauses für die Bewohner, die in Form einer roten Treppenskulptur ausgebildet und von weitem erkennbar ist. Als Pendant dazu befindet sich die ebenfalls markante Fluchttreppe auf der Westseite. Die Ein- und Ausfahrten in das Parkgebäude werden an dieser Seite optisch durch ein Vordach in Form eines L-förmigen Betonbügels hervorgehoben.
Entlang der Südseite des Gebäudes führt der Neckar-Radweg vorbei. Eine im Erdgeschoss des Gebäudes untergebrachte Fahrradstation verbindet durch die verglaste Fassade Innen- und Außenraum miteinander und belebt das Parkhaus. Das Gebäude ist somit kein reiner Zweckbau, sondern übernimmt auch repräsentative Aufgaben.

Fassadengestaltung Die repräsentative Erscheinung spiegelt sich in der Fassadengestaltung wider, welche in mehreren Schichten aufgebaut ist. Die rautenförmig ausgebildete Tragkonstruktion aus Stahl wird raumseitig von einem Edelstahlnetz überspannt, welches neben der Absturzsicherung gleichzeitig als Rankhilfe für die Fassadenbegrünung dient. Die Nordseite des Gebäudes wird vollflächig mit farbigen Elementen aus Glas und Plexiglas belegt, welche dem Schall- und Blendschutz dienen. Dabei wird das Thema der Rauten aus Stahlkonstruktion und Edelstahlnetz fortgesetzt. Die Elemente sollen in verschiedenen Ebenen wie Schuppen angeordnet werden und sich überlagern (gedrehte oder versetzte Anordnung), damit zum einen die Schallwellen aus dem Parkhaus nicht ungehindert nach außen gelangen und zum anderen noch genügend Lufteintrag für die natürliche Belüftung des Parkhauses gegeben ist. Es entsteht eine lebendige und freundliche Fassade mit einer besonderen räumlichen Tiefe, so dass das Parkhaus in seiner Gestaltung angemessen auf das neue Stadtquartier reagiert.

Da die Nordfassade vollflächig mit Schallschutzelementen zu belegen ist, kann die ebenfalls geforderte Fassadenbegrünung nur über die Ost-, Süd- und Westfassade erfolgen. Dazu werden gedämmte Pflanztröge in die Rauten der Stahlkonstruktion integriert. Als Bepflanzung ist u.a. wilder Wein als heimische Pflanzenart vorgesehen, die auch einen Bezug zu den in der Nähe liegenden Weinbergen schafft. Die Versorgung erfolgt über Bewässerungsleitungen, welche unter der Decke aus dem darunter liegenden Geschoss jeweils nach oben im Pflanztrog geführt werden. Zur Vermeidung von Staunässe erhalten die Pflanztröge raumseitig (zur Parkebene hin) eine Entwässerungsrinne, welche über einen Ablauf nach unten abgeführt wird und ebenfalls im Geschoss darunter entlang der Hauptträger verläuft. Die Pflanztröge, die Entwässerungsrinne und die Bewässerung können bequem von der jeweiligen Parkebene aus gewartet werden.

Energiezentrale Die Energiezentrale sichert die Versorgung des neuen Quartiers mit Wärmeenergie, welche aus dem Hauptsammler in der Benzstraße rückgewonnen, zwischengespeichert und wiederverwendet wird. In der Energiezentrale befinden sich Pufferspeicher, Blockheizkraftwerke sowie eine Gasheizanlage. 
Der Zugang befindet sich auf der Westseite. Gasübergabe und Stromversorgung für die Energiezentrale sind ebenso wie die Räume zur Strommessung und Wartung der Anlagentechnik an der Benzstraße angeordnet. Die Planung der Räume erfolgte in Absprache mit und im Auftrag des Amtes für Umweltschutz. Die Energiezentrale ist vom Parkhaus vollständig abgetrennt und wird autark genutzt.

Projektdetails

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